Ein Tag voller Überraschungen

Bei strahlendem Sonnenschein startete die Grundschule Gelsdorf einen grandiosen Tag der offenen Tür mit dem Thema „Dialekte unserer Heimat“.

 

 

 

Die Idee zum Thema erhielt die Schule vor einem Jahr, als Daniel Müller von der Musikgruppe Fiasko sein Lied „Nur do“ mit den Schülerinnen und Schülern sang und mitbekam, dass die Schule den Mehrzweckraum zum Theaterraum aufrüsten möchte. Gedacht war hier an Schwarzlichttheater, Vorhänge, Licht- und Tontechnik und Headsets.

 

Als ehemaliger Schüler der Grundschule Gelsdorf war es ihm eine Ehre, ein Benefizkonzert als Unterstützung anzubieten. Damit nicht genug: Als großartige Zugabe sponserte er zudem für diesen besonderen Tag den Auftritt der befreundeten Musikgruppe Miljö.

 

 

 

Bei diesem Thema war es dem Kollegium wichtig, dass die heimatverbundenen Lieder dieser tollen Gruppen auch verstanden sein wollen. Sind doch die Dialekte unserer Heimat vor dem Aussterben bedroht, da die Kinder hauptsächlich nur noch das Regiolekt oder Hochdeutsch kennenlernen. Im besten Fall sprechen die Großeltern noch die Mundart.

 

 

 

So ging gleichermaßen für das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler eine spannende Zeit los. Zum Teil wurde schon eine Woche im Voraus mit viel Eifer und Spaß in einer Projektwoche dem Dialekt nachgespürt.

 

 

 

Die Klasse 1 um die Klassenlehrkraft Cathrin Burchard wiederholte gemeinsam, was ein Dialekt ist und versuchten sich selber darin, lustig klingende Wörter in Dialekten auszusprechen. Der Unterschied zwischen Dialekt und Fremdsprache ist nämlich gar nicht so leicht zu verstehen. Anschließend las die Klassenlehrerin die Geschichte “Weiß do eijentlich wie leev ich dich han“ auf Kölsch vor. Gemeinsam wurden typisch kölsche Wörter gesammelt, übersetzt und trainiert. Mit Hilfe verschiedener gesammelter Wörter wurde ein Memory erstellt. Beim Ausprobieren hatten alle viel Spaß und kamen doch so manches Mal zum Grübeln.

 

 

 

Um die Klassenlehrkraft Jeanette Schroerlücke beschäftigten sich die Kinder der Klasse 2a fleißig mit Redensarten und Sprüchen der bönnschen und auch der kölschen Mundart, insbesondere mit „Dat Rheinische Jrundjesetz“ von Konrad Beikirchner. Das klang alles so anders, das musste erst einmal ins Hochdeutsche und dann in eigene Worte übersetzt werden. Da ging es richtig lustig in der Klasse zu. Damit die Gäste am Tag der offenen Tür sich in den heimischen Dialekten auch ein bisschen üben können, gestalteten die Kinder Rätsel auf Einmachgläsern, auf Schriftrollen und auf Würfeln, deren Lösung jeweils im Einmachglas oder innerhalb der Rolle bzw. auf der anderen Seite des Würfels zu finden ist. Abschließend waren die Schülerinnen und Schüler so fit und begeistert von den Sprüchen, dass sie sich fast wie in einer Geheimsprache nur noch in der Mundart ansprachen. Zu guter Letzt entwickelte die Schülerin Mara Jüngling eine eigene Geschichte, die sie in das Dialekt der Region Adenau übertrug. Gemeinsam mit der Klasse wurde die schöne Geschichte „Paul un de Luffballong“ kurzerhand gewählt, um es als Theaterstück mit dem neuen beeindruckenden Schwarzlicht im Mehrzweckraum aufzuführen.

 

 

 

 

 

Die Bärenklassen 2b um die Klassenlehrkraft Martina Michels-Peusquens beschäftigte sich intensiv mit dem Kinderbuch „Der Grüffelo“, verfasst in kölschem Dialekt. 

 

Nach anfänglichem „Das verstehe ich nicht!“ und „Was soll denn das bedeuten?“ gelang es ihnen immer besser, sich in den Dialekt hineinzuhören. Schließlich hatten sie viel Freude in die Rollen der handelnden Figuren zu schlüpfen und  "Kölsch ze kalle“.

 

 

 

Dino- und Drachenklasse, die 3a und die 3b zeigten gekonnt das

 

Theaterstück „Der Fischer un sin Frau“, aufgeschrieben von den Gebrüdern Grimm gekürzt auf plattdeutsch mit musikalischer Untermalung.

 

Die  traditionsreiche Geschichte vom Fischer und seiner Frau wird von den Kindern mutig im Dialekt gespielt. Unvergesslich wird sicher der Spruch: „Manntje, Manntje Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, mine Frau de Ilsebill, will nich so as ick wohl will.“ bei den Kindern bleiben. 

 

Besonders viel Mühe mussten sich die Kinder beim Lesen geben. Schnell merkten die Kinder:  Die plattdeutsche Sprache ist gar nicht so einfach. Aber wenn man sich Mühe gibt, kann man doch viel verstehen.

 

Zum Teil musste erst gerätselt werden. Was heißt wohl „Ich möch in en grooten, stenern Schlott waanen.“ (Ich möchte in einem großen, steinernen Schloss wohnen)? 

 

Einfacher zu verstehen, war die Moral der Geschichte. So befanden die Kinder, dass es der Frau Recht geschieht, wenn sie wieder in ihrem alten, stinkenden „Pißputt“ wohnen muss. Sie war nie zufrieden und wurde immer gieriger, je mehr sie hatte. Nur der arme Fischer konnte einem leidtun.

 

Im neu eingerichteten Mehrzweckraum der Grundschule, kommen die Stimmen der Kinder mit ihren schwierigen Texten dank Headsets auch bei lauten Hintergrundgeräuschen wunderbar heraus. Besonders wenn sich in der Geschichte das Wetter ändert und der Sturm aufkommt, zeigt sich, welche neuen Möglichkeiten die Technik bietet. Die Bühnenbilder werden per Beamer an die Wand projeziert und mit der Lichtanlage blitzt es dann täuschend echt, wenn der Fischer für seine Frau wünscht, so wie der liebe Gott zu sein.

 

 

 

Lehrkraft Carsten Brückner übte das Hörverstehen um den sächsischen Dialekt mit dem Märchen „Rotkäppchen“. Hier standen unter anderem das Sortieren von Texten und viele eigene Leseprobeversuche der Kinder auf dem Programm. Weiterhin gestalteten die Kinder ein Memory zum Rheinischen Jrundjesetz von Konrad Beikirchner.

 

 

 

Im professionell mit Licht- und Tontechnik neu aufgerüsteten Theaterraum präsentierte der Pädagoge Bernd Schuhmacher aus Rheinbach in kölscher Mundart sowohl den Kindern als auch den Gästen, woher der Dialekt kommt. Mit Witz und Humor sowie gewürzt mit seiner großen Musikalität weckte er das Interesse für die heimische „Fremdsprache“.

 

 

 

Ebenso musikalisch nahm Joe Tillmann aus Bonn, Musiker am Beethoven Orchester Kinder und Erwachsene mit auf eine Reise ins bönnsche Dialekt in der schönen Bibliothek der Schule. Er ist der Initiator und Gestalter des in Bönnsch- Unterricht in Grundschulen. Getragen wird seine Arbeit durch den Festausschuss Bonner Karneval.

 

 

 

Einer der vielen Höhepunkte war unschlagbar am sonnigen Tag der offenen Tür für alle Kinder und Gäste das Benefizkonzert der befreundeten Musikgruppen Fiasko und Miljö auf dem Schulhof. Daniel Müller, Sänger der Gruppe Fiasko, war es wichtig, dass für die Kinder beste Möglichkeiten zum Theaterspielen angeboten werden können. „Für die Kinder wollen wir das Beste!“ Begeistert und voller Energie präsentierte zum Schluss die gesamte Schulgemeinschaft unter Leitung von Lehrer Carsten Brückner ein kleines Konzert mit einer Auswahl des mittlerweile umfangreichen Liedgutes des Schulchores. Brückner an der Gitarre und Schüler Benedikt Jeub am Schlagzeug stimmten mit dem Schulchor als krönenden Abschluss die Schulhymne an.

 

 

 

Dass dieser Tag so wunderschön werden konnte, dazu haben viele Hände mit beigetragen. Der Gemeindeträger stellte Hausmeister und Mitarbeiter des Bauhofes zur Unterstützung zur Verfügung. Zudem konnte Bürgermeister Juchem das DRK gewinnen, damit auch für eventuelle Erste Hilfe gesorgt ist. Ein großer Dank der Schule gilt den engagierten Eltern der Schule. Der Vorstand des Fördervereins um die Vorsitzende Steffi Dräther hatte unermüdlich mit Schulleitung und Kollegium Vorbereitungen für das Gelingen des Tages getroffen. Kuchen der Eltern gab es in der Mensa, Grillwürstchen der Metzgerei Wald aus der Grafschaft mit Brötchen gab es auf dem Schulhof. Dabei erhielt die Schule 300 Brötchen von der hiesigen Bäckerei Raths aus Vettelhoven kostenlos. Auch die Bäckerei Lennertz aus Gelsdorf zeigte sich spendabel. Ergänzend gab es zum Essen von Sponsor Mike Kunze Hotdogs. Kunze bereicherte den neuen Theaterraum mit einem großartigen neuen Schild.

 

 

 

Die Freude und Begeisterung in den Klassen mit der Behandlung des Themas „Dialekte unserer Heimat“ ist unermesslich groß, so Rektorin Jeanette Schroerlücke.

 

Mit dem professionell ausgerüsteten Theaterraum können wir die Kinder noch mehr in ihren musischen und darstellerischen Fähigkeiten stärken, die so wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung sind. Ein großer Dank gilt dem Schulträger, dem Landrat, der KSK- Jugendstiftung, der Kreissparkasse sowie der Raiffeisenbank Voreifel eG für die finanzielle Unterstützung zur Aufrüstung unseres Theaterraumes. Und heute besonders sind wir allen Helferinnen und Helfern für das Gelingen eines wundervollen Projektes und dieses Tages sehr dankbar. Wir sind eine tolle Gemeinschaft. Danke dafür!“